Dänen übernehmen Denkmalschutz in Flensburg

Ein dänisches Familienunternehmen übernimmt den Denkmalschutz in Flensburg. Für eine neue Filiale hat Sinnerup drei baufällige Denkmäler gekauft. Trotz immensen Kosten will das Unternehmen die Renovierung und die Instandhaltung der alten Immobilien übernehmen, um somit einen einzigartigen Charakter zu erzeugen.

Sinnerup will ein ganz besonderes Flair in der ersten deutschen Filiale. (Foto: Christian Kadluba)
Sinnerup will ein ganz besonderes Flair in der ersten deutschen Filiale. (Foto: Christian Kadluba)

Oft wissen die Denkmalschützer nicht weiter. Baufällige Gebäude stehen unter Schutz, dürfen aber nicht abgerissen werden. Keiner will für die Instandhaltungskosten aufkommen. Denkmalschutz: ja, Denkmalschutz-Finanzierung: nein, danke.

So übernehmen die Dänen den Denkmalschtz in Flensburg

In Flensburg macht ein dänisches Familienunternehmen nun vor, wie Denkmalschutz heutzutage aussehen kann. Das Lifestylehaus Sinnerup wendet extreme Summen auf, um ihre erste Filiale in Deutschland zu errichten. Das Gebäude wird um drei alte und morode Baudenkmäler gebaut. Die drei Häuser seien inzwischen unbewohnbar, schon seit zehn Jahren will man diese Bruchbuden nicht mehr sehen.

Die Dänen haben Gebäude gekauft, die keiner mehr haben wollte. Keiner sah oder sieht einen tatsächlichen Wert in den Häusern. Dahinter steckt aber ein Plan.

In Dänemark steht Eigentum über Mietanlagen. Man möchte lieber etwas ganz besitzen, bevor man monatlich für etwas bezahlt, was man am Ende nicht zu seinem eigenen Eigentum zählen kann. Auch wenn das Risiko hoch erscheinen mag, so ist die Chance auf ein unvergessliches Projekt noch viel höher. Dänen rechtfertigen große Investitionen mit noch größeren, potentiellen Gewinnen.

Die Käufer wissen nicht, was alles auf sie zukommen wird. „Wir haben gekauft, ohne genau zu wissen, was es am Ende kosten wird“. So zitiert die SHZ Henriette Novak.

Es ist noch ein langer Weg

Es kann noch sehr lange dauern, bis die Sinnerups-Filiale steht. Man muss die Dänen aber loben. Sie haben ein Monsterprojekt vor sich, dass die Mühe durchaus wert ist.

Engagiert wurde Glenn Dierking, ein Architekt aus Flensburg. Am 01. November wechselte der Besitz und die Arbeit geht hat bereits begonnen. Zuallererst muss in den Häusern kräftig aufgeräumt werden. Die von Schimmel und Schwamm befallenden Gebäude haben mehr als nur eine Grundreinigung nötig. Im zweiten Schritt muss der Zustand der Immobilien gutachterlich untersucht und festgestellt werden.

Denkmalschützer in Flensburg wagen bereits eine Prognose über das Alter der Häuser. Man sagt, das Baujahr könnte bis ins 15. Jahrhundert zurück gehen. Damit würden Flensburg’s ältesten Denkmäler in die Hände von dänischen Geschäftsleuten gehen.

Anstatt Neid verspüren die Denkmalschützer ausschließlich Dankbarkeit gegenüber der Sinnerups Zielsetzung. Man ist über die Intentionen der Dänen sehr erfreut. Die drei Häuser gehen in gute Hände. Sie werden restauriert und instand gehalten.

Die Filiale wird einmalig! (Foto: gravitat-OFF)
Die Filiale wird einmalig! (Foto: gravitat-OFF)

Sinnerup hat großes vor

Sinnerup will ein ganz besonderes Design in ihrer ersten deutsch Filiale haben. Dafür sollen die Eigenschaften der Ruinen mit in die Komposition fließen. Alles, was am Ende gut aussieht, soll auch erhalten bleiben.

Nachdem morode Wände und nicht mehr verwendbare Treppen herausgerissen wurden, kann man sich auf antike Mauern und uralte Fassaden kümmern. Diese werden restauriert und für Besucher schön gemacht. Am Ende können Besucher eine Filiale mit wahrem Barock Charakter besuchen.

Flensburg profitiert vom dänischen Denkmalschutz

Die ganze Stadt freut sich über das Vorhaben von Sinnerup. Ein so großer Aufwand werde sich mit Sicherheit lohnen. „Das ist eine ganz massive Stärkung nicht nur der Angelburger Straße, sondern der gesamten Innenstadt“, so Mathias Borelli, Center-Manager der Flensburg-Galerie.