Warum es im Immobilienmarkt (noch) keine Blase gibt

Lars Bergmann, Vorstand der Immobilienfirma IMMOVATION AG, sieht noch keine Zeichen für eine generelle Überhitzung im deutschen Immobilienmarkt. Zwar gebe es in einigen großen Städten starke Preisanstiege. Doch viele Käufer zahlen derzeit die Immobilien derzeit in bar, was nach Ansicht von Lars Bergmann ein entscheidender Unterschied zur Blase im Jahr 2007 ist.

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Lars Bergmann sieht (noch) keine generelle Überhitzung im deutschen Immobilienmarkt.

Nach Ansicht von Immobilienexperte Lars Bergmann gibt es noch keine generelle Überhitzung im deutschen Immobilien-Markt. Dies sehe man daran, dass viele Immobilien derzeit in bar bezahlt werden. Bei der letzten Immobilien-Blase im Jahr 2007 war dies anders. Damals nahmen Käufer viel in einem viel stärkeren Umfang Finanzierungen durch Banken in Anspruch.

„Wir sehen den Markt mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Lars Bergmann, Vorstand der IMMOVATION AG, im Interview mit SCOREDEX. Wenn der Standort und das Produkt stimmten, bekomme der Verkäufer derzeit hervorragende Preise.

Ist die Flucht ins Betongold rational?

Die Käufer von Immobilien hingegen haben es nach Ansicht von Lars Bergmann nicht mehr so leicht. „Weil der Markt im Moment gute Preise zahlt, muss man lange suchen oder hohe Preise zahlen, wenn man etwas Vernünftiges kaufen will.“ Und diese Suche erfordert viel Sachverstand. „Nicht alles, was glänzt, ist auch Betongold“, sagt Bergmann.

Aufgrund der niedrigen Zinsen fliehen derzeit sehr viele Investoren in den vermeintlich sicheren Hafen der Immobilien. Lars Bergmann sagt: „Der Eigentumswohnungsbereich boomt ja auch deswegen, weil viele einfach feststellen, dass sie mit dem Kauf einer Wohnung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können, nämlich das Inflationsthema und die eigene Liquidität.“

Bei den aktuell niedrigen Zinsen ist es billiger, eine Immobilie zu kaufen, als sie zu mieten, sagt Bergmann. „Wir haben hier also eine Schere: Die Mieten steigen permanent an, während Sie aufgrund des niedrigen Zinsniveaus billiger wohnen, wenn Sie kaufen.“ Aus diesem Fakt resultiere der anhaltende Trend zum selbst genutzten Immobilieneigentum.

„Wenn sie bei einer Bank quasi Negativzinsen erhalten, dann akzeptieren die Kunden auch eher 2 bis 3 Prozent Rendite aus einer Immobilie, damit sie überhaupt noch eine Rendite haben.“

Lars Bergmann sieht keine generelle Überhitzung

Dass es noch keine generelle Überhitzung im deutschen Immobilienmarkt gibt, sieht man laut Bergmann auch daran, dass das Darlehensvolumen sich nicht ausgeweitet hat. Nach Ansicht des Immobilien-Experten wird es noch rund zwei Jahre dauern, bis die Zinsen sich wieder auf 3 oder 4 Prozent erhöhen.

„Solange im Markt noch billiges Geld vorhanden ist, sind auch die großen Investoren geneigt, in den vermeintlich sicheren Bereich der Immobilien zu investieren, weil sich in diesem Segment noch gutes Geld verdienen lässt, einfach durch das Zinsdifferenzgeschäft.“

Trotzdem will Lars Bergmann individuelle Standortprobleme nicht leugnen. Wer heute zum Beispiel eine Immobilie in München am Stachus kaufen wolle, der müsse dort mit einem Preis von 20.000 Euro pro Quadratmeter rechnen. Das ist nach Ansicht von Bergmann kein gutes Geschäft. Dieses Problem sei jedoch auf bestimmte Standorte beschränkt.

Dass die aktuelle Nachfrage nach Immobilien in Deutschland eine echte Nachfrage ist, erklärt der Immobilien-Experte am Beispiel Berlin: „Das sieht man auch daran, dass mittlerweile viele Immobilien einfach bar bezahlt werden.“ Das Spekulative, woraus in den Jahren 2007 und 2008 die Blasen entstanden, sei damals von den Banken finanziert worden.